SEM – Adpative Textilfassaden

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Dirk Henning Braun

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Technischer Anspruch an textile Hüllen

Veränderliche Gebäudehüllen mit großformatigen textilen Flächen sind aus Sicht der Gestaltenden ein Wegbereiter für energetisch sinnvolle Architekturen trotz hohem Verglasungsanteil. So stehen wir zum Beispiel im Verwaltungsbau immer wieder vor dem Dilemma optimaler Tageslichtqualität durch einen hohen Glasanteil in der Fassade versus solarer Einträge durch Sonneneinstrahlung und damit erhöhter Kühllasten über viele Jahre des Betriebes hinweg. Bestehende Systeme auf dem Architekturmarkt, wie zum Beispiel Sonnenschutzlamellen, Jalousien, Schiebeflügel oder Raffstores sind immer wartungsintensiv, wenig bis nicht redundant, häufigst fehleranfällig und beeinflussen die Fassadengestaltungsqualität in hohem Maße. Leider zumeist nicht zu deren Vorteil, weder energetisch noch gestalterisch.

Gestaltungsspielräume

Die Gestaltungsmöglichkeiten der - ähnlich einem Kleidungsstück zu entwerfenden Hülle - sind dagegen enorm und eine Spielwiese für gute Gestalter und Gestalterinnen von morgen. Das seit mehreren Jahren laufende Forschungsprojekt "Adaptive Textilfassaden für Gebäude” beschäftigt sich intensiv mit Konzepten, Entwicklungen und Prototypen für unterschiedlichste Verwendungszwecke. Dabei geht es um den Einsatz großflächiger, lagestabiler und intelligenter Textilhüllen für Fassaden zur Reduktion solarer Einträge, zur Verbesserung der Luftqualität sowie autoreagibler Funktionsweisen zur Optimierung des Komforts und der energetischen Performance von Gebäuden. Durch Digitalisierung mit Aktorik/Sensorik und smarten Beschichtungstechnologien in den textilen Trägermedien lassen sich adaptive Funktionen einbinden, die eine wartungsfreie, autoreagible und individuell einstellbare Gebäudehülle liefern.

Seminarablauf

Diese Eigenschaften veränderliche adaptiver Gebäudehüllen mit großformatigen textilen Flächen sollen seminaristisch nach klaren Vorgaben erarbeitet und wissenschaftlich korrekt vertieft und dargestellt werden.

Ziel ist dem Studierenden einen fundierten Einblick in die Materie der veränderlichen Gebäudefassaden zu ermöglichen und – neben dem Erlernen wissenschaftlicher Arbeitsweisen – das Interesse und die Neugier zu wecken, architektonisch relevante und visionäre Fassadensystem der Zukunft kennen zu lernen und mit zu gestalten.